Ich bin (vielleicht) ein Messie

Einige Male habe ich angefangen, diesen Artikel zu schreiben. Einige Ansätze wieder gelöscht. Seit Monaten, vielleicht seit einem Jahr, denke ich über den Text nach. Darüber, ob ich ihn überhaupt schreiben und veröffentlichten sollte. Da der Text jetzt online ist, habe ich mich wohl dafür entschieden.

  • Vermeiden Sie es, Menschen in Ihre Wohnung zu lassen?
  • Graut es Ihnen vor dem alljährlichen Besuch des Heizungsablesers? Geraten Sie in Panik, wenn der Vermieter eine Wohnungsbesichtigung ankündigt?
  • Öffnen Sie Ihre Wohnungstür immer nur einen Spaltweit, wenn der Postbote oder der Nachbar vor der Tür steht?
  • Sammeln sich in Ihrer Wohnung Dinge, die Sie aufbewahren, weil Sie sie »irgendwann mal« brauchen könnten?
  • Haben Sie eine Vielzahl von Flaschenöffnern, Scheren und sonstigen Gegenständen, weil Sie jedes Mal etwas neu kaufen, wenn Sie es verlegt haben?

Quelle: Freiraum Ordnungshilfe e.V. http://messiehelfer.de

Mein Mann und ich waren nie ordentliche Menschen. Als ich mit ihm zusammenkam, war er 16, ich 18 und er bemühte sich immerhin, dass es in seinem Zimmer eine Schneise von der Tür bis zum anderen Ende gab. Manchmal klappte das nicht. Eine Taktik, die ich seit meiner Kindheit auch verfolgt hatte.

Als mein Mann und ich – damals, wie erwähnt, noch Teenager – dann zusammenzogen, stritten wir erstmal viel über den Haushalt. Wir mussten uns aufeinander und auch noch auf das Leben ohne Eltern einstellen. Wir beide, ohne Ordnungssinn. In den über zehn Jahren unseres Zusammenlebens haben wir viel gelernt. Ordentlich sind wir nie geworden.

Wir räumen beide nicht gern im Alltag auf.

Ich weiß inzwischen über mich, dass ich gelegentlich so einen, zwei Aufräumtage fast schon genieße. So richtig was schaffen, vor allem nach einigen Tagen Arbeiten am PC. Den Kopf ausschalten und putzen und räumen bei lauter Musik. Wegwerfen, Freiraum schaffen. Und am Ende des Tages den Erfolg sehen. So zwischendurch mal eine Stunde aufräumen, das klappt bei mir eher nicht. Mit Kind sind diese Aufräumtage irgendwie verloren gegangen. Das Kind hat nämlich keine Lust, brav allein zu spielen, während die Eltern so sechs, acht Stunden die Wohnung auf den Kopf stellen. Es ist auch eher nie so lange außer Haus. Die Unordnung, die die Dreijährige selbst verursacht, fällt da nicht einmal so schwer ins Gewicht wie ihre Weigerung, uns einmal im Monat ungestört wüten zu lassen.

Und die Ordnung halten! Ja, das ist vielleicht das eigentliche Problem!
Das ist so. Da ist dieser Tisch. Frei, leer l, sauber. Und dann kommt diese Tasse, womöglich auch leer, aber nicht sauber. Die landet ganz unschuldig auf dem Tisch, das macht man ja auch so, dazu sind Tische da. Mein Unterbewusstsein nimmt das wahr und beschließt, wo eine Tasse steht, darf man auch mehr abstellen. Und nach zwei Tassen und einem Teller wird der Tisch als „eh schon unordentlich“ kategorisiert, das Terrain als verloren abgeschrieben und ein „gründliches Aufräumen“ in unbestimmter Zukunft zur Lösung aller Probleme auf die To-do-Liste gesetzt. Bis dahin darf sorglos weiter abgelegt und liegen gelassen werden. Und wenn der Tisch schon unordentlich ist, ist ja quasi das ganze Zimmer unordentlich. Dann kann ich die dreckigen Klamotten da auch erstmal liegen lassen…

In den letzten drei Jahren, seit der Geburt unseres Kindes hat sich unser Chaos immer weiter vergrößert und ein oder zwei Aufräumtage würden nicht reichen, um es vollständig zu beseitigen. Unsere Wohnung ist schließlich auch nicht klein. Und das Chaos vermehrt sich. Wie Viruszellen. Exponentiell. Manchmal schaffen wir es, es zurückzukämpfen, doch nie vollständig.

Sind wir Messies?

Diese Bilder von Messie-Wohnungen aus dem RTL-Programm habe ich natürlich im Kopf. Und nein, so ist es bei uns nicht. Nicht so schlimm. Aber wenn andere Leute sich für die Unordnung in ihrem Heim entschuldigen und ich sehe dann einen dreckigen Teller in der Küche und zwei Zettel auf dem Tisch und drei Spielzeuge auf dem Boden…
Ich warne Leute vor: „Bei uns ist es wirklich unordentlich. Wirklich!“
Und inzwischen lade ich kaum noch Leute ein. Gute Freunde, ja. Leute, bei denen ich glaube, dass sie nicht sofort RTL oder das Jugendamt rufen wollen. Aber die Familien aus dem Kinderladen der Dreijährigen habe ich noch nie eingeladen. Wie schade. Oder Leute, die ich über’s Internet kenne, die ich wirklich gern mal treffen würde – ich kann sie nicht zu uns einladen, obwohl unsere Wohnung doch so schön groß ist und wir gut kochen und gern Gäste haben.
Also muss ich schon mal eine der Fragen von oben mit „eher ja“ beantworten. Einige andere wohl auch.

Sind wir faul?

Ja, oft und gerne. Wir sind aber auch fleißig. Wir engagieren uns, arbeiten für Geld und auch ehrenamtlich. Manchmal helfen wir Freunden. Wir kochen gern frisch. Wir beschäftigen uns gern mit unserem Kind, machen Ausflüge, basteln, spielen, begleiten. Wir sind zuverlässig und organisiert. Wir basteln Geschenke. Und Weihnachtsdeko. Bauen Möbel selbst. Machen uns gegenseitig die Haare, schminken uns. Neuerdings näht mein Mann und ich habe mir vorgenommen, mehr für Freunde zu zeichnen. Der Frühling ist da und wir haben in unserem Gemeinschaftsgarten und auf unserer Beetparzelle einiges zu tun.

All das passiert trotz oder mitten in unserem Chaos und manches davon vergrößert es. Und dann, wenn wir all das gemacht haben, sind wir wieder faul und räumen das Geschirr nicht ab.

Soziales Stigma

Es ist schwer, über dieses Thema zu schreiben.

Die haben ihr Leben nicht im Griff, sind schlechte Eltern, schlechte Menschen. Auch jenseits einer blitzsauberen, überbelichteten Instagram-Idylle existieren diese Vorurteile. Wie gesagt, ständig entschuldigen sich Leute bei mir für die Unordnung in ihrem Zuhause. Im Internet rechtfertigen sich Eltern für das Chaos damit, dass ihre Kinder wenigstens glücklich sind. Das ist schön. Aber das dreckige Geschirr ist dann eben meistens nur von gestern Abend und nicht von letzter Woche und der Kleiderschrank ist nicht leer, weil sämtliche Kleidung irgendwo im Limbus zwischen Waschmaschine, Wäscheständer und Dreckwäschehaufen rumliegt. Wenn ich sage, dass es bei uns chaotisch ist, dann spreche ich von einem ganz anderen Standard als die meisten Leute. Ich meine, dass die Socken von Gästen nach wenigen Schritten einen Tierhaarpelz haben. Ich meine den Slalom, den man durch den Flur laufen muss, weil hier eine Kiste, dort ein Roller und da ein voll gekramter Bollerwagen steht. Ich meine, dass dort Holzbretter auf dem Sofa liegen, die mal in den Keller müssten, aber der Keller ist eben voll, weil wir erstmal zum Sperrmüll fahren müssen. Ich meine, dass jede verfügbare Fläche immer in kürzester Zeit zugekramt wird und ich einfach keinen Platz für Deko habe, wenn die nicht eh schon unter dem ganzen Kram verschwunden ist.
In den letzten drei Jahren ist uns die Ordnung und die Kontrolle darüber Stück für Stück mehr entglitten. Ein bisschen halten wir sie noch. Wir können sie noch zurückgewinnen.
Aber es ist schwer. Es ist ein Kampf. Ein Kampf in unserer Wohnung, ein Kampf in unseren Köpfen.

Wer kämpft noch diesen Kampf? Über das Internet weiß ich inzwischen von Leuten, die andere Kämpfe bestreiten. Depressionen, Vereinbarkeit, Sexismus, Alleinerziehen, Krankheit, Armut… Davon zu lesen, erweitert meinen Horizont und ermöglicht mir, andere Menschen besser zu verstehen. Es erweitert das Bild unserer Gesellschaft! Und es hilft anderen Betroffenen so ungemein von den Erfahrungen anderer zu lesen.

Darum oute ich mich hier. Ich, Julia, bin eine Schlampe. (In dem Sinne, in welchem meine Mutter das Wort früher gebrauchte.) Ich bin auf der Messieskala nicht bei Null. Jetzt wisst ihr es.

Ausweg?

Ja, also Ratschläge helfen immer. Oder Nörgeln, wenn’s nach meiner Mutter geht.

Nein, im Ernst. Keine Ahnung. Druck. Nicht zu viel natürlich, das lähmt dann. Aber so ein bisschen. Wie zum Beispiel: in einem Monat kommt Besuch. Besonderer Besuch, für den es aus irgendeinem Grund wirklich ordentlich sein soll.

Und wenn das nicht reicht: in ein paar Monaten kommt ein Baby. Jetzt muss es was werden. Wir müssen. Wir müssen räumen und putzen und wegschmeißen.

Wir müssen lernen, die Ordnung zu halten. Im Kinderzimmer klappt das schon ganz gut. Paradox? Nein, denn da habe ich von Anfang an aufgepasst, dass es nicht zu viel Kram gibt und ein Grundordnungssystem etabliert. Da lässt sich schnell mal alles wegräumen. Schön ist das. Es gibt mir Hoffnung.

Ich mag Ordnung ja auch. Sehr. Wahrscheinlich mögen Leute, die rauchen auch saubere Lungen. Schlechte Angewohnheiten.

Letzen Endes müssen wir uns selbst befreien. Niemand kann für uns aufräumen. OK, vielleicht ginge das, aber es würde nicht funktionieren.
Also hoffe ich auf die nächsten Wochen. Besuch steht an. Und Baby. Wir müssen es packen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir es ohne professionelle Hilfe schaffen. Wenn nicht… hab ich Material für den Blog hier!

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32 Kommentare zu „Ich bin (vielleicht) ein Messie

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  1. Sehr mutig darüber zu schreiben. Mangelt es dir also an Motivation? Was würde motivieren für längere Zeit? Eine Kontrollinstanz? Wir räumen ja immer für die Putzfrau auf, das ist hilfreich und dadurch wird man konfiguriert über eine Weile. Hilfreich sind auch Mütter, Familienhelfer vom Jugendamt oder gute Freunde. Sag Bescheid wenn man was helfen kann. PS. Goldnetz holt auch daheim Spenden ab. LG alu

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    1. Was fehlt? Es ist dieser eine Punkt, den man überwinden muss, oder? Wie bei so vielen Dingen: die Ernährung umstellen, mit dem Rauchen aufhören, eine Therapie beginnen. Wenn es läuft, dann läuft es. Aber vorher wirkt es wie ein unüberwindbares Hindernis, dass zu groß ist, um es überhaupt zu versuchen.

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  2. Ich kannte das sehr gut! Bin von zu Hause schwanger mit 18 mit dem Vater des Kindes zusammen gezogen und wusste von nix. Geschimmelte Teller in der Spüle waren Programm! Die ganze Wohnung nach Windeln stinkend war auch normal und der Rest war Chaos. Als pubertierende hatte ich auch Trampelpfade in meiner Wohnung und fühlte mich sehr wohl so!
    Inzwischen habe ich einfach viel weniger Sachen und jedes Ding hat seinen Platz. dadurch kann das Chaos gar nicht so groß werden. Und die Kinder sind natürlich größer und helfen mit!
    Nur in Sachen Sauberkeit bin ich nachlässig. Boden putzen, Kacheln säubern, Zwischenräume putzen – da bekommen einige das Grauen! Aber ich finde Schmutz nicht wirklich schlimm bzw. Habe da ne andere toleranzgrenze!
    Ich find es toll, dass du das hier so teilst! Ich möchte auch viel lieber ehrlich über mich und mein Leben berichten und ehrliches von anderen erfahren. Warum nur diese Angst voreinander und einem selbst, irgendeinem Bild nicht zu genügen. Da will ich auch noch viel lernen.
    Darum und überhaupt hier das Angebot meiner Hilfe: wenn ihr wollt, komme ich vorbei und helfe beim putzen bzw. Wieder etwas Grund reinbringen und außerdem könnte ich meine große fragen, ob sie Lust auf Babysitterdienste bei euch hätte (sofern ihr das wollt) aber dann würden da schonmal regelmäßige Putzzeit rausspringen 😉 nur so als Idee! Schreib mir einfach, wenn du da was willst. Und nochmal ein große DANKE!

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    1. Das ist echt unfassbar lieb!
      Ich bin aber immer noch ziemlich sicher, dass wir es hier allein überwinden müssen. Andere Leute, die bei mir putzen, machen mich nur zusätzlich nervös. Und Babysitting ist ja immer eine komplexere Sache. Aber ich danke dir für das Angebot und die lieben Worte!

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  3. Danke!

    Ich erkenne uns in einigem wieder. Auf der Messie-Skala liegen wir wahrscheinlich irgendwo zwischen Instagram und euch, wobei „irgendwo“ heißt: Euch ganz dicht auf den Fersen.

    Meine Sichtweise zu Ordnung habe ich auch mal aufgeschrieben (https://meinglueck.wordpress.com/2017/07/07/ueber-ordnung/) in der Essenz „(Er)leben ist wichtiger als Ordnung“. Also ein permanenter Ordnungs/Sauberkeitszustand als Ziel würde mich mehr stressen, als das er mir nutzen würde.

    Ich mag auch keine Wohnungen oder Häuser, die so gestaltet sind, dass sie möglichst leicht sauber zu halten sind, so mit Fliesen im Wohnzimmer und so. Und dann ärgere ich mich doch manchmal heimlich ein bisschen über meinen Mann, der bei uns der Gestalter ist und bei Material-/Möbel-Auswahl so gar nicht auf „praktisch“ achtet. Und andererseits finde ich es so gemütlich bei uns. Wenn es ordentlich ist.

    Was mir tatsächlich hilft, ist das, was du beschreibst: Druck. Nicht zuviel, nicht zu oft, aber alle paar Wochen Besuch von Kita-/Schul-Freunden der Kinder oder der Schwiegermutter oder eine kleine Feier. Dann muss ich halt. Und dann geht es auch. Wenn es dann so ist wie gestern, dass draußen die Sonne scheint und die Kinder durch den Garten toben, dann verfluche ich es ein bisschen, weil drinnen aufräumen, während draußen das Leben tobt, halt irgendwie doof ist, aber über die aufgeräumte Wohnung freue ich mich doch.

    Und trotzdem: Selbst in der aufgeräumten Wohnung darfst du keinen Schrank öffnen, nicht zu genau in die Regale gucken, sonst fällt es dir entgegen oder dir die Staubschicht auf.

    Und ab und zu räume ich dann eine solche Ecke auf, freue mich eine zeitlang daran, aber weiß gleichzeitig: Alle auf einmal werden nie ordentlich sein. Zumindest nicht, so lange die Kinder im Haus sind. Und damit, ja damit kann ich eigentlich ganz gut leben.

    Und alle, die mich besuchen, müssen das auch. Können das auch meist. Offen kritisiert hat mich noch keiner. Was sie hintenrum reden? Ich weiß es nicht. Wenn ich merke, dass ich mir zu viele Gedanken darum mache (was ich eigentlich eher nicht tue), dann sage ich mir, dass mein Weg für mich richtig ist. Und dass viele der Kritiker vielleicht eher nicht sagen können, dass sie den für sich richtigen Weg gefunden haben. Dann gehts wieder.

    Ich hoffe, ihr findet euren Weg, mit dem ihr für euch zufrieden seid!

    (P.S.: Heute Morgen am Bahnhof traf ich eine andere Mutter „Wie geht es dir?“ „Gut“, sagte sie strahlend „Mein Mann ist gerade für zwei Wochen nicht da und keiner meckert wie unordentlich es ist und das ist so viel entspannter!“ Ich will sagen: Es ist schon sehr viel wert, wenn man sich als Paar einig ist).

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  4. Hallo Julia,
    danke für den (auch wirklich schön geschriebenen) Beitrag!
    In meiner Wohnung ist es ziemlich ordentlich, aber ich sehe auch, wie schnell ich die Kontrolle darüber verlieren kann, daher spricht mir Dein Beitrag trotzdem aus dem Herzen.
    CN: Gutgemeinte Ratschläge
    * Für mich ist Ordnung und Aufräumen auch Selbstsorge und entsprechend wichtig ist es mir. Zeit brauche ich trotzdem dafür. Aber die Priorität führt für mich dazu, dass ich auch anderes dafür zurückstelle
    * Ich fand dieses Buch von Mari Kondo gut. Es erzählt ziemlich kleinschrittig und für mich motivierend, wie man ausmisten kann. (Ehrlich gesagt bin ich, glaube ich, auch ein Aufräum-Fan. Ich habe schon mehrmals bei Freunden beim Aufräumen geholfen. Genau auch wegen dem, was Du schreibst: Ich schaffe etwas, habe Kontrolle über einen kleinen Teil meines Lebens.)
    * Wobei in dem Buch von Hau-Ruck-Aktionen die Rede ist. Das geht mit Kindern kaum. Ich arbeite mich in kleinen Abschnitten vor: Nur das Besteckfach, nur ein Regalfach… und natürlich wird es dann schon wieder unordentlich, auch wenn ich noch nicht einmal mit Aufräumen durch bin. Aber es ist immerhin punktuell ordentlicher, als hätte ich nichts gemacht (in meinem Fall Jammern auf hohem Niveau) und es ist dann eine „Aufwärtsspirale“ oder zumindest eine langsamere „Abwärtsspirale“
    * Eine Motivation ist für mich auch: Für mich ist Ordnung wichtig (für Dich offenbar auch, aber ich halte es nicht für einen universellen Wert) und ich möchte gerne meinen Kindern ein Vorbild sein damit, damit ihnen Ordnung halten leichter fällt.
    * …und Ordnung ist für mich gestressten Tollpatsch auch sicherheitsrelevant
    * einen Teil der Familie zu Besuch irgendwohin schicken, damit zuhause etwas Luft zum Aufräumen ist
    (~geschrieben beim Stillen, sonst hätte ich gar keine Zeit für so viel Text 😉

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    1. CN: mehr gute Ratschläge/Erfahrungen
      …und ja, unsere Wohnung ist inzwischen so eingerichtet, dass sie leicht sauber zu halten ist: (Fast) Überall Glastüren/Türen statt offener Regale und nichts regulär draußen stehen lassen — viel weniger und leichter Staub wischen. Kleine Kleidung / Dinge in Schubkästen /Kästen statt Regalen, so kann ich von oben besser ran, muss nicht so viel wühlen, habe keinen „Landslide“-Effekt. Geschirr gleich in die Spülmaschine, auch wenn ich es erstmal nur reinschmeiße – dann ist es immernoch außen ordentlich.

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  5. Ich bin auch ziemlich unordentlich und neige dazu mich einzubauen mit Krams, mit Zeug, mit Dingen die abgeheftet werden müssen und und und und.
    Mein Mann ist leider auch eher so „ich müll mich zu“-veranlagt, und zusammen ist es keine gute Mischung.
    Wir haben irgendwann, als uns das alles über den Kopf wuchs und wir es nicht mehr schafften sauber zu machen, ein Herz gefasst und uns jemanden gesucht, der uns den Haushalt macht. Mein Mann war wegen Depressionen in einer Tagesklinik, und man legte uns dort in einem gemeinsamen Gespräch sehr ans Herz uns über einen Pflegedienst eine Haushaltshilfe zu suchen, zumal ich auch nicht viel machen kann. Das würde uns die Last nehmen und wir bekämen eine helfende Hand. Eventuell hätten wir es sogar auch von der Krankenkasse finanziert bekommen, aber wir wollten es frei handhaben.
    Wir haben sehr sehr lange darüber nachgedacht haben, wir wollten es schaffen, haben es uns immer wieder vorgenommen, aber letztendlich nie hinbekommen, es wurde nur schlimmer. Wir wollten es uns ewig nicht eingestehen dass wir es nicht schaffen. Und waren kreuzunglücklich. Und die Vorstellung dass hier jemand rumputzt war furchtbar.
    Uns dafür zu entscheiden war das beste was wir tun konnten.
    Es stapelt sich immer noch allerhand Zeug. Wäsche wird nicht gleich in den Schrank getan, und wir haben immer noch Umzugskisten rumstehen.
    ABER: Bad und Küche sind immer sauber, es wird einmal die Woche gesaugt und gewischt. Und es fällt einem leichter eine gewisse Grundminimalordnung für sich zu schaffen. Ich fühle mich immer noch etwas unwohl wenn jemand hier putzt. Aber das ist ein geringer Preis für das, was wir bekommen haben.
    Wir können nun immer jemanden reinlassen, wenn sich nen Handwerker ankündigt gibt es keine Schweissausbrüche mehr. Keine Scham.
    Das befreit.
    Vielleicht wäre das eine Option für Euch. Einmal die Woche jemanden kommen lassen der einem unter die Arme greift, der einem eine Grundsauberkeit verschafft. Ist vielleicht nicht so super preiswert, aber wenn man es sich abzweigen kann irgendwie wären die 100 Euro mtl.(Pflegedienst ist teurer als „privat“) um und bei wirklich gut investiert.
    Und eine Spülmaschine hilft was Geschirr angeht einfach Wunder. ^^
    Ich drücke die Daumen dass Ihr einen Weg für Euch findet.

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  6. Danke für so offene Worte. 🍀 Manchmal bin ich genauso eine Schlampe. Schmeiße Sachen irgendwo hin, will nicht aufräumen, kann es nicht und habe auch alles, nur keine Lust zum Putzen. Meine Frau ist das Gegenteil. Sie möchte es ordentlich, sie ist „sauber“, will die Ordnung unbedingt haben. Ich habe mich angepasst. Nicht immer. Aber ich möchte es, weil ich genau diesen einen Punkt im Kopf übertreten will, um „vernünftig“ zu sein und nicht im Chaos zu ertrinken. Es ist nicht wichtig, wie die Wohnung aussieht. Es ist nicht wichtig, welche Einstellung ihr habt. Es ist auch nicht relevant, ob ihr Hilfe wollt oder nicht. Wichtig ist, dass es eben Zeit braucht, eine Denk- und Handlungsweise umzustellen und dann einzuhalten. Du hast deine Ziele klar genannt, ich drück die Daumen, dass du sie für dich erreichen kannst. Und wenn nicht? „Dann ist es eben so.“ Für den Moment. Für jetzt. Aber es war ein Anfang.

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  7. Die Gefahr besteht bei uns.
    Wir räumen nicht gerne auf, ich trenne mich ungerne von Kram. Der Mann sieht den Dreck nicht. Ich bin unordentlich und besitze zu viel auf zu wenig Platz. Der Mann übersieht Geschirr, etc. einfach…
    Wir schaffen es nur (einigermaßen)
    Weil wir:
    -Besuch einladen damit(!) wir aufräumen
    -ein Zimmer (Schlafzimmer) haben, was vollgestellt werden darf wenn der Rest (gerade) ordentlich sein muss
    -ich oft etwas aufräumen statt meine Masterarbeit zu schreiben (wie soll es nur danach werden?)
    -ich mich zwingen wegzuschneißen. Nicht oft, aber alle paar Monate habe ich innerlich die Möglichkeit und dann mache ich es. Und wenn das Kind dann die aussortieren Sachen umherträgt, darf es das, aber ich sortiere aus und schmeiße es sofort weg oder fahre am gleichen Tag spenden. Es wird nicht verkauft. Sonst liegt es wieder drei Jahre Rum. Schade um die noch guten Dinge aber anders schaffe ich es nicht.
    -eine Zeitlang haben wir jeden Abend nach dem das Kind immBett war 15 Minuten aufgeräumt. Irgendwas. Das hat Wunder bewirkt und wir sollten das wieder machen.
    Gestern habe ich nach Wochen endlich Mal die Küche von allem Geschirr, Maschinen etc. befreit und die Oberflächen gewischt. Als Pause vom Tag während Mann und Kind spielten. Ich Versuche so ein positives Bild (Zeit für mich, nicht stressen) mit dem zu verbinden. Mal sehen wie es weiter geht.
    Mit Tieren sähe es hier auch aus wie…
    Also, ich verstehe dich. Denke jedoch auch, dass es gut tut was zu ändern. Das wichtigste. Klein Anfangen. Sonst wird es zu viel. Da mag man dann nicht mehr.
    Ihr schafft das, ganz sicher.
    Zur Not einfach alles in die Tonne, wenn es seit Monaten auf der Kommode vergammelt ist es sicher nicht wichtig. Nur nicht drüber nachdenken!

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  8. Mir geht es ähnlich. Ich lasse vieles liegen und denke mir dann, dass ich das ja auch „heute Abend“ oder „nachher“ wegräumen kann. Dann bin ich aber auch oft überfordert. Dann stehe ich da und weiß nicht, wie ich anfangen muss. Ganz oft schaffe ich es dann mich zu motivieren und einfach anzufangen. In der Küche räume ich zb erst den Geschirrspüler aus und ein und dann kommt der Esstisch und dann der Herd etc.
    In den anderen Räumen habe ich ganz oft das Problem, dass ich Sachen nur von einem Ort zum anderen trage, weil ich entweder nicht weiß, wohin mit dem Zeug oder ob ich das überhaupt behalten möchte oder es in den Müll kommt.
    Hinzu kommt, dass ich ein Nachtmensch bin. Ich habe wenn dann immer nachts aufgeräumt. Das geht jetzt nicht mehr, da dann die Kinder schlafen und ich in den Räumen dann nicht aufräumen kann.
    Ich suche seit Jahren nach einer Lösung und die Möwenmama dreht langsam echt durch, weil ich es nicht auf die Reihe bekomme aber ich glaube daran, dass ich es irgendwann schaffen werde und unsere Wohnung Instagram tauglich ist 😀

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  9. Danke für deinen Text, ich bin mit einer sehr unordentlichen Mutter aufgewachsen (würde mich selbst als“medium ordentlich“ bezeichnen) und kann die Angst vor dem Stigma gut nachvollziehen. Einen guten Tipp habe ich leider nicht parat, nur ein „du bist nicht allein damit“. Alles Liebe ❤

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  10. Hallo, mich hat die Unordnung auch immer gestört. Und das man immer groß aufräumen muss bevor jemand kommt.
    Weil wir nach unserem Umzug noch viele Sachen lange in Kisten hatten, dachte ich wir müssen unbedingt ausmisten. Deswegen habe ich mir auch das Buch von Marie Kondo gekauft.
    Uns hat das geholfen. Man mistet erst alles aus. Und dann findet alles einen Platz. Und jedesmal nach der Benutzung kommt alles wieder dahin. Am Anfang dachte ich, dass nur der Teil mit dem ausmisten klappt. Aber komischerweise ist es bei uns aufgeräumter seit dem wir angefangen haben. Man räumt die Sachen wirklich schneller auf, weil man weiß wo es hingehört. Wir konzentrieren uns auf die Sachen die wir wirklich brauchen, anstatt auch die unnützen Sachen zu behalten. Und man weiß endlich wo alles ist. Das mag ich am liebsten an der ganzen Sache. 😉 Vielleicht ist das ja auch was für euch. LG
    Und danke für deine offenen Worte.

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  11. Die Fotos könnten von uns sein. Ein Kleinkind, ein Baby und Eltern die keine Ordnung halten können.
    Bei uns hilft nur: regelmäßig Leute einladen, so dass wir putzen müssen und überflüssiges wegwerfen wenn sich nicht schnell genug einen Käufer findet! Am Ende räumt man es doch wieder in irgendeine Ecke 🙈
    Alle putzpläne usw. Haben nichts geholfen.
    Ihr seid nicht allein!

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  12. Hallo, ich bin auch nicht sonderlich ordentlich, es ist wohl nicht ganz so ausgeprägt wie bei euch, aber auf jeden Fall fliegt es mir nicht zu ordentlich und sauber zu sein und wegschmeißen kann ich erst recht nicht. Daher erst mal danke für diesen Text. Man glaubt doch immer, man ist alleine …
    Seit ich aber Kinder habe, wird mir Ordnung und auch Sauberkeit wichtiger und ich versuche einen Weg zu finden. Und hier kann Ich nur auch das Buch von Marie Kondo „magical cleaning“ empfehlen und danach das Buch „die magische Küchenspüle“. Seit ich bei mir etwas mehr ausgemistet und für Dinge feste Plätze gefunden habe, hält sich die Ordnung zumindest in einigen Bereichen wie von selbst. Dann wird es leichter. Und glaube mir, ich habe immer noch viel zu viel von allem 😉. Mein Haus ist wahrlich kein Instagram Haus und auch nicht möglichst praktisch zu putzen eingerichtet. Aber ich kann jetzt Besuch empfangen – fast immer und habe trotzdem viel Zeit für viel schönere Unternehmungen! Also los geht’s, aufraffen und in kleinen Schritten anfangen, dann fühlt es sich bald viel besser an und vor allem selbstbestimmt!

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  13. Liebe Julia, bei uns ist es ganz genauso – und ich meine nicht das übliche “ Bei uns ist es auch nicht so aufgeräumt“, das man so hört, von dem man ahnt, dass man diese Skala längst sprengt. Wir laden auch kaum noch die Familie ein, die es immer besser weiß, aber keine Hilfe ist. Wir haben inzwischen zwei Kinder und der Berg an Dingen wird natürlich nicht kleiner. Ich wünsche mir manchmal so sehr eine saubere Wohnung, das es fast schon weh tut und manchmal stehe ich drüber und weigere mich zu akzeptieren, dass es darauf ankommen soll. Die Wahrheit liegt vielleicht dazwischen und wenn die Kinder mal etwas größer sind, ist vielleicht auch Zeit. So rede ich es mir jedenfalls schön. Es tut gut zu hören, dass wir nicht allein sind. Danke. Alles Gute euch!

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  14. Hi, habe den Artikel zufällig gelesen. Bei mir war es das Gleiche. ordnung HALTEN war das Problem.
    Jetzt habe ich mir ein System von kleinen, aber schaffbaren täglichen Routinen angewöhnt, damit geht es viel besser! Verbraucht wenig Zeit, ist aber im Alltag das einzig praktikable. Liebe Grüße!

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  15. Hallo, ich weiß nicht ob es hilfreich ist, aber um etwas Struktur reinzubekommen bin ich bei Facebook in einer Gruppe: flykondo
    Der Umgang ist dort wertschätzend, unterstützend.
    Alles Gute

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  16. Vielen Dank! So mutig von dir, darüber zu schreiben. Dein Beitrag war ein Schubs für mich, meine eigene Geschichte mit Unordnung noch mal anzugucken. Deshalb ist der Kommentar jetzt auch ein bisschen lang.

    Heute bin ich nicht mehr wirklich unordentlich (räusper, sicherlich Ansichtssache) … aber ordentlich bin ich auch noch nicht. Das war für mich ein langer Prozess, der immer noch andauert. Der Kommentar wurde nun etwas länger als geplant.

    Ein Wendepunkt war vielleicht die Räumung meines Elternhauses. Es kamen Dinge ans Licht, die ich lieber nicht sehen wollte. Es war schrecklich und aber auch befreiend, all das, was ich von Kindheit her kannte, wegzuschenken oder einfach in den Container zu kloppen. Seit dem kann ich besser ausmisten, loslassen.
    Das Chaos in dem Haus war für mich Sinnbild meiner Familiengeschichte und für mich der Charakter von Unordnung: da nicht hinsehen wollen. Das ist ein Teil in mir, den ich lange abgelehnt habe und erst jetzt langsam annehme. Und ich glaube, es hängt bei mir auch mit Perfektionismus zusammen. Ich kann es eh nie perfekt aufgeräumt haben, also wozu die Mühe machen?! (was ein Trugschluss ist, ich fühl mich in gewisser Ordnung wohl!)

    Etwa zur gleichen Zeit wie die Hausräumung kam ganz liebevolle Unterstützung einer Freundin. Wir haben uns Headsets besorgt und räumen jetzt immer beim Telefonieren auf. Der Klamotten-Gletscher (auf dem eigens dafür vorgesehenen Sofa) wächst zwar stetig aber wird bei jedem Telefonat weggeräumt. Wir fragen uns auch gegenseitig immer: was räumst du heute auf? Die Telefonate sind auch die einzige Gelegenheit, bei der ich Staub wische im Regal.
    Bei gemeinsamen Räumen bin ich nicht allein mit dem Chaos (aber es sieht ihn niemand!) und außerdem abgelenkt. Wir machen auch mal Witze über die Größe meines Klamottengletschers oder lachen darüber, wie meine Freundin es nur schaffen kann, alles mögliche in Ordnung zu bringen, nur um nicht die Waschmaschine ausräumen zu müssen. Das hilft mir, entspannter zu sein mit dem Thema.

    Meine Tricks zum alleine Räumen sind …
    … Haufen machen. Damit wurde zumindest der Monk in mir etwas befriedigt. Auch wenn es unordentlich aussah, war es doch irgendwie schon beinah aufgeräumt.
    … Zeitlimit: Nur 5 Minuten – oder 1 Lieblingslied lang. Oder wenn diese Hürde noch zu groß war, dann eben nur 2 Minuten. Auch wenn ich am Anfang dachte, da sieht man ja gar nix von, wurde es über die Monate doch besser.
    … Häppchen: Beim Geschirrspülen mache ich was ähnliches, wenn mir der Berg zu groß erscheint, dann spüle ich heute nur das Besteck. Die Gläser morgen.
    … Unsystematisch Räumen. Ich dachte immer, Ordnung könne nur entstehen, wenn ich es mit System angehe und Disziplin. Aber es geht auch chaotisch. Die Nagelscheere ins Bad, von da das Handtuch in die Waschmaschine von da den leeren Waschkarton in den Papiermüll etc. Immer von einem Punkt zum anderen.
    Das Schöne an den Tricks ist für mich: manchmal, da mach ich dann einfach mehr, als ich mir vorgenommen habe. 🙂 Ich finde meist das Anfangen so schwer, weil die Aufgabe so riesig erscheint.

    Nachdem ich jetzt eine Grundordnung drin hab und über die Jahre langsam sogar diverse Ecken ausgemistet, hilft mir auch: pragmatischer Minimalismus. Wer nur 5 Teller besitzt, hat a) innerhalb kürzester Zeit keine sauberen Teller (Aufschieben nicht möglich) und b) nur 5 Teller zu spülen (überschaubarer Aufwand). ^^ Irgendwann in der Zukunft will ich nur noch 1 Teller haben, 1 Tasse etc. Das ist vielleicht unpraktisch für Besuch, aber wozu hat man Nachbarn zum Leihen. 😀

    Und ganz wichtig: ich erlaube mir Bereiche, in denen ich horten darf! Das sind meine Mal und Bastelsachen. Stöcke aus dem Wald, kleine Wollknäuel, besonders formschön geknickte Papierfetzen und alles mögliche an Gedöns, was andere vielleicht wegwerfen würden. Die dürfen bleiben, weil vielleicht mal Kunst draus wird!!!1elf ^^ Das werde ich eventuell irgendwann mal eindämmen, wenn mir danach ist. Aber im Moment nehme ich mir diese Freiheit.

    Ich hoffe, in den Kommentaren findest du Inspiraton zum Experimentieren.
    Alles Gute für euer Vorhaben!

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  17. Same here 🙋🏼
    Toll, dass du dich getraut hast darüber zu schreiben!
    Das mit dem „nicht jeden einladen mögen“ geht mir genauso und seien wir ehrlich… das ist wirklich schade! Manche Wochen sind besser, manche schlechter. Ich stelle aber immer wieder fest, dass mir etwas (!) mehr Ordnung eigentlich gut tut.. vielleicht können wir ja mal Horrorfotos a la „das kann doch nicht sein, dass das bei der so aussieht“ austauschen 😂

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  18. Hallo Julia,

    Danke für deine Offenheit.

    Bei uns sind die meisten Räume auch nicht instagramtauglich, wir haben einfach zu viel Zeug und die Zeit reicht nicht um alles aufzuräumen.

    Wir versuchen Schritt für Schritt immer wieder Dinge loszuwerden (das fällt mir im Gegensatz zu dir schwer) und einmal in der Woche wird mindestens alles aufgeräumt, das ist uns wichtig, weil wir ansonsten im Chaos versinken würden. Mit vier Kinder liegt trotzdem immer irgendwo etwas herum und das schlimme ist, mich nervt das gewaltig und trotzdem habe ich oft keine Lust es direkt auszuräumen.

    Irgendwann schaffen wir es und dann darf Besuch auch gerne (ohne schlechtes Gewissen meinerseits) unangekündigt kommen.

    Viele Grüße
    Mama Maus

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  19. Bei mir klappt’s inzwischen ziemlich gut, aber dazu habe ich ein paar Tricks. Ich stelle mit gerne eine Eieruhr auf 10 min, sage mir also, ich räume jetzt 10 min auf, danach kann ich wieder machen was ich will und seltsamerweise räume ich dann 10 Minuten hochmotiviert und auch sehr schnell auf (oft sogar noch ein bisschen länger). Klar ist die Wohnung nach 10 Minuten nicht picobello, aber jedes bisschen hilft.
    Ich mache auch gerne ein Spiel draus: z.B auswürfeln in welchen Bereich der Wohnung ich gehe, dann dort 5 Dinge in den Müll schmeißen, 5 Dinge wegräumen…

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  20. Danke für den Beitrag und deine Offenheit. Ich bin von Haus aus grundfaul, aber hier sieht es aktuell wirklich ordentlich aus. Dank Putzfrau, für die aufgeräumt werden muss – und – ich bin aktuell mit Baby zuhause. Ich gehe nicht arbeiten. Ich habe mir den Haushalt „aktiv“ zur Aufgabe gemacht. Putzen mag und kann ich nicht gut, das delegiere ich eben ( zum Glück können wir uns das erlauben… ).

    Was mir bei chaotischen Zimmer hilft?

    Die Körbchenmethode. Ich rücke an mit einem Wäschekorb, einem Mülleimer und einem Korb für Sachen an, die in ein anderes Zimmer müssen. Das geht (natürlich wenn man es regelmäßig macht und erst mal eine Grundordnung drin hat) schnell. Übrig bleibt bei mir immer tagelang der Korb, der verräumt werden muss…

    Ich empfehle dir: mach ein kleines Zimmer mal nach diesem Prinzip! Da sieht man schnell Erfolge und sonst drücke ich dir alle Daumen.

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  21. Ich denke mir auch immer meinen Teil, wenn Menschen vorwarnen, dass es chaotisch ist und ich erkenne keinerlei Chaos. Höchstens ein Teller in der Küche. Ich habe auch so meine Schwierigkeiten mit der Ordnung und der Sauberkeit. Mir ist das eben auch einfach nicht so wichtig. Ich habe lieber eine dreckige Küche, als ohne meine Tiere zu sein. Manchmal geht es eben nicht, selbst wenn man weiß, dass einem Ordnung auch gefallen würde. Aber es gibt wichtigere Dinge. Und meine Familie hat sich daran gewöhnt. Die sind eher verwundert wenn es total ordentlich wäre. Klar, wenn sie sich ankündigen mache ich schon mehr Ordnung. Aber spontan empfange ich niemanden gern. Und ich bin noch ein Stück von Eurem Chaos weg, denke ich. Mal mehr mal weniger. Die Familie von meinem (Noch)Partner und auch er selbst ist schrecklich was Ordnung angeht. Ich frage dann immer, ob sie nicht gleich in ein Möbelhaus ziehen wollen oder ob sie auch irgendwo leben…

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  22. Ich glaube man könnte da von zwei Seiten ran:
    1. ihr habt nie wirklich gelernt Ordnung zu halten
    2. es gibt psychologische Hintergründe, die Euch das Ordnung halten erschweren/verhindern.
    In beiden Fällen könnte doch Hilfe von außen gut sein!
    Ich bin eigentlich ordentlich aber mit drei kleinen Kindern komme ich mir oft vor wie Sysiphus. Der Flur steht gerade total voll, heute Mittag war er aber noch top aufgeräumt 😡. Es kommt einfach zu viel Zeug rein und müsste eigentlich wieder raus, weil es nicht mehr gebraucht wird, als die Tage Zeit fürs Aufräumen hergeben…

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  23. Ich bin ein sehr, sehr ordentlicher Mensch und gehöre auch zu der Sorte, dass ich mich entschuldige, wenn mal ein Teller rumsteht. Aber ich kenne auch die andere Seite und bin vielleicht deshalb so wie ich bin.
    In meinem Elternhaus bei meiner Mutter ist alles zugemüllt außer Wohn- und Esszimmer, die sogenannten Vorzeigezimmer, falls doch mal Besuch kommt. In den anderen Räumen stapeln sich Zeitschriften, Klamotten, Parfumflaschen, Kosmetik und ganz viel anderer Kram. Das Problem ist, wenn so viel Zeug rumliegt, kann man ja gar nicht mehr richtig putzen. Bad und Kühlschrank bspw. verschimmeln, was bis hin zu einer Gesundheitsgefährdung reicht.
    Ich habe mir jedenfalls mit dem Tag meines Auszugs geschworen, dass es so niemals bei mir aussehen wird. Da ich auch nicht der fleißigste Mensch bin, muss ich mir immer wieder einen Tritt in den Hintern geben, dass ich aufräume und sauber mache. Aber da ich mich sonst dermaßen unwohl fühle, ist Nichtstun keine Lösung für mich. Ich finde dann keine innere Ruhe.
    Schwierig ist, wenn erstmal das ganze Chaos da ist, dann wieder in ordentlichen Zustand zurück zu kommen. Das ist verdammt schwer. Ich stelle mir das vor wie bei einer Diät. Zügelt man sich permanent beim Essen, so dass man nicht zunimmt, hat man ständig sein Wohlfühlgewicht. 2 bis 5 kg zu viel sind auch noch keine Tragödie, schafft man mit etwas Disziplin auch. Aber 10 und mehr kg zu viel, das ist ein langer Weg und verlangt einem sehr viel ab. Aber ich denke, das Resultat lohnt sich in jedem Fall.

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  24. Wow, ich kann es nicht beschönigen: wenn ich diese Fotos sehe, würde ich den Messie-Status bestätigen!
    Und ich verneige mich vor deiner Offenheit, diese Bilder zu zeigen. Dann kannst du doch eigentlich auch fernere Freunde einladen, wenn du die Bilder in deinem Blog veröffentlichst. 😉
    Was hat dich dazu bewogen, sie zu zeigen?

    Jedenfalls bin ich sicher, ihr habt gute Gründe dafür, dass ihr unordentlich seid. Das Äußere ist immer eine Reflexion des Inneren. Vielleicht braucht ihr die Unordnung für irgendetwas? Ich will nicht herumpsychologisieren, aber ein Zustand hat immer einen Grund. Ich habe eine Theorie, will die hier aber nicht ausbreiten; das würde ich eher in einer E-Mail machen, wenn du das willst.
    Wenn dir die Unordnung wichtiger ist als Freunde zu Besuch zu haben, obwohl du eigentlich gerne Besuch hättest, dann hat das jedenfalls einen Grund. Da könntest du mal hinschauen, ganz ohne Bewertung: Welche Vorteile hast du von Chaos? Welche Nachteile hättest du durch Ordnung?

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  25. Danke für die Offenheit! Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Das Ausmaß, das ihr oben dokumentiert habt, hatte ich selbst nicht, aber bis vor einigen Jahren gab es auch bei mir Baustellen. Ich will gar nicht schreiben, WIE lange sich dreckiges Geschirr manchmal bei mir gestapelt hat, aber … es war LANGE. Und manchmal hat mir dann jemand geholfen, es zu beseitigen. Ich bin selbst auch in recht beengten Verhältnissen aufgewachsen und dort stand immer etwas herum, einfach weil es keinen Platz zum richtigen Wegräumen gab. Als ich auszog, hatte ich mir erhofft, dass dies bei mir nicht der Fall sein würde. Aber in Studentenwohnungen ist ja auch nicht immer viel Platz vorhanden und so war ich lange auch weit vom Ordentlichkeitsziel entfernt. Dabei war es mir auch ein innerliches Bedürfnis und weniger der Druck von außen – ich mag es ordentlich! Inzwischen habe ich eine normal große Wohnung und schon sowas wie Ordnung geschaffen. Das klappte, weil ich auf einmal viel mehr Stauraum für alles hatte, aber ist auch noch nicht „fertig“. Mich stresst es, wenn es noch Häufchen gibt, die ich nicht wegräumen kann, weil ich nicht weiß wohin.

    Was mir inzwischen hilft, um Ordnung zu halten:
    – die „1-Minuten“-Regel. Wenn es weniger als eine Minute dauert, mach’s gleich. Also zB etwas wegwerfen, Teller rausbringen etc. Klappt erstaunlich gut und ich kann mich gut überwinden, da ich weiß, es ist gleich vorbei.
    – mein Geschirrspüler. Das ist so ein Segen – ich habe Abwaschen gehasst wie die Pest und so ist es wirklich so einfach.
    – etwas tun, während man aufräumt. Ich singe, und nutze die Aufräumaktionen dann immer fürs Üben.
    – Eine radikale Durchgangsstation werden. Ich bekomme oft Dekoelemente und Krimskrams geschenkt, von denen ich meist sofort weiß, dass ich dafür keine Verwendung habe. Ich bedanke mich dann und freue mich über die Geste, aber ich stelle vieles davon sofort in den Hausflur auf unseren gemeinschaftlichen „zu verschenken“ Stapel. So hat noch jemand anderes davon und ich mehr Platz (und nicht das Gefühl, Dinge zu besitzen, die ich nicht brauche).
    – manchmal, wenn ich zB das Bad ewig nicht geputzt hab, einfach nur schnell das Waschbecken auswischen. Meist reicht dann schon der Geruch vom Putzmittel, dass ich irgendwie doch noch motiviert bin, mehr zu machen.
    – wenn ich total durchhänge, zumindest die „automatisierten“ Aktionen anwerfen. Also Geschirrspüler, Waschmaschine. Dann hab ich das Gefühl, wenigstens ein bißchen geschafft zu haben.
    – sich klar machen, was einem wichtig ist und was nicht. Mir ist zB wichtig: keine Krümel auf dem Boden, weil ich das unangenehm finde an den Füßen. Müll regelmässig rausbringen. Nicht wichtig: dass ich aufgehängte Gardinen habe oder Staub gewischt ist. So dann Dinge ausklammern, die vielleicht gar nicht sein müssen.

    Vielleicht könnt ihr davon ja auch etwas gebrauchen. Ich drück euch die Daumen!

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  26. Wow, ein mutiger Artikel. Ich glaube, es geht sehr vielen so wie euch, und kaum jemand schreibt darüber, weil es sehr stigmatisiert ist. Und die Sorge, dass einem Nachteile entstehen, dass man an Vermieter und Behörden verpfiffen wird, ist nicht unbegründet.

    Wahrscheinlich ist es so ähnlich wie mit dem Rauchen aufzuhören: Es ist nicht einfach, es braucht den ersten Schritt und Durchhaltevermögen. Aber wenn ich es nicht tue, bin ich selbst die Leidtragende.

    In diesem Sinne wünsche ich eurer kleinen Familie viel Erfolg, Kraft und Durchhaltevermögen. Wer’s nicht versucht, hat schon verloren. Ihr könnt also nur gewinnen! Toi toi toi!

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  27. Hi, vielleicht liegt es an einem unverarbeiteten Trauma, schlechte Erfahrungen aus der Kindheit? Neben all den hilfreichen Tipps, wäre das dann vielleicht die wichtigste Baustelle. LG

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