Elternbloggercafé vom BMFSFJ

Ich war beim Elternbloggercafé vom Bundesministerium für Familie. Senioren. Frauen. Und Jugend. Kurz BMFSFJ. Oder BumiFaSeFrauJu, wie ich vorschlagen möchte, es zu nennen. Vielleicht auch lieber nicht…

Nach so einer Veranstaltung schwirrt mir jedenfalls der Kopf, während ich jetzt gerade hier in der S-Bahn auf meinem Handy beginne, einen Bericht zu tippen.

Viele Leute, viel Reden, Hören, Denken. Und gar kein: „Mami, du sollst ‚Hilfe, hilfe!‘ und ich fang dich auf!“
Wo war ich?

Ich versuch das mal zu strukturieren. Das Sperrige vorweg.

Das Politische

Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek war da, das war nicht ganz sicher vorher, das ist ja nicht selbstverständlich, dass der zu sowas kommt. Er war also da und stellte sich den Fragen und Forderungen der bestens informierten, kritischen ElternbloggerInnen. Ich habe einige Seiten meines Notizbuchs vollgeschrieben, der Staatssekretär hat sich selbst keine Notizen gemacht, aber ich hoffe, er und seine MitarbeiterInnen arbeiten das Gehörte noch lange und intensiv auf.  Es war einfach viel. Es ging um Elterngeld, das immer noch hauptsächlich von Frauen beansprucht wird, Trennungsfamilien, Regenbogenfamilien, Kindertagesbetreuung, Benachteiligung von Eltern bei Arbeit und Rente und und und. Themen, die allesamt innerhalb einer Woche in meiner Twittertimeline auftauchen.

Liest sich das etwas oberflächlich und flapsig? Tut mir leid. Ich glaube allerdings kaum, dass für die Anwesenden wirklich Neues dabei war.

Vermutlich ging es aber eher darum, gehört zu werden: Ja, wir sind Eltern, und ja, wir haben all diese Probleme. Wir haben sie immer noch und was auch immer die Politik in den letzten Jahren auf dem Gebiet geleistet hat, genug war es noch nicht.

Auch die Antworten von Herrn Kleindiek waren dementsprechend nicht erleuchtend. Politikerisch eben.
Also hoffe ich halt, dass er dieses Gespräch noch lang in seinem Herzen bewegen wird.


Netzwerken

Das war der gemütliche Teil und – da muss ich den VeranstalterInnen ein Kompliment machen – der kam nicht zu kurz. Überhaupt war der erste Programmpunkt nach der Begrüßung ja ein Barrista-Workshop. Jürgen Müller (Leiter der Projektgruppe Digitale Gesellschaft) begründete das vorher damit, dass… irgendwas mit Kaffeeküche und den besten Gesprächen… Und Kaffee-Bilder kommen gut auf Instagram! Die Begründung war für mich etwas schwammig – vielleicht lag das auch an mir! -, charmant war sie dennoch! Ich hab ja immer noch den Verdacht, dass bei der Planung irgendwer einen Scherz gemacht hat und sich das Ganze dann verselbständigt hat. Aber so entstehen manchmal die besten Ideen!

Es lief dann auch ganz locker und alle nicht an Latte-Art interessierten durften gern in den Nebenraum zum Quatschen, äh, Netzwerken gehen. Da ich tatsächlich keinen Kaffee trinke, trollte auch ich mich.

Nach der Diskussion gab’s dann auch noch mal Zeit zum Socializing, Get2gether, kostenlos Getränke schlürfen, paar Happen Kuchen abstauben und natürlich Kinder beschäftigen und Stillen. (Offenbar waren nur extrem niedliche Kinder auf der Veranstaltung zugelassen, vermutlich gab’s da vorher Kontrollen…) Die letzte Stunde dient bei solchen Events offenbar dazu, dass alle sich gegenseitig versichern, dass sie jetzt los müssen und sich nur noch kurz verabschieden.

Ganz persönlich

Es ist so seltsam, Leute in real zu treffen, die ich irgendwie aus dem Internet kenne. Und inzwischen eben nicht nur durch das Lesen ihrer Blogs, sondern vor allem auch durch so kleine Interaktionen auf Twitter. Man tauscht irgendwie persönliche Informationen aus, macht kleine Scherze. Vertrautheit entsteht (zumindest auf meiner Seite) auf irgendeine Art und dann doch nicht und es ist komisch und kaum zu beschreiben. Äh. Naja, und dann seh ich die Leute (sofern ich sie denn erkenne!) und… worüber redet man dann? Soll ich dann auch einfach in den Raum fragen, wie man einem Kleinkind einen Splitter entfernt?

Zum Glück hatten viele Babys dabei und ich türkisfarbene Haare, das sind schon mal zwei ergiebige Themen.

Auf jeden Fall hab ich mir vorgenommen, mein Blog besser zu pitchen. Das heißt, ich möchte besser eine kurze Vorstellung geben können. Es geht mir gar nicht darum, Leser oder gar Kooperationspartner zu gewinnen, sondern eher darum, mir selbst und meinem Blog gerecht zu werden. Ich bin da mehrfach ziemlich ins Trudeln gekommen und wusste auf ein Mal gar nicht mehr, worüber ich so schreibe. Bin ich politisch? Bin ich witzig? Was mach ich hier eigentlich???

Trivia

Ich habe drei verschiedene Citruslimonaden getrunken: fritz-limo Zitrone, Vio Bio Gurke Limette und Lemonaid Limette. Einen Vergleich wird es hier auf dem Blog nicht geben.

Das Fingerfood war köstlich, wenn auch nicht reichlich, wurde jedoch dauerhaft ergänzt durch Obst und Laugengebäck. Manko bei solchen Veranstaltungen immer: Nichts ist als vegan, vegetarisch, nicht-vegan usw. gekennzeichnet. Überhaupt schien es mir viel mit Fleisch und Tierprodukten zu geben. Ich ess ja alles, mir ist das egal. Aber inzwischen gibt es doch so viele Leute, die sich besonders ernähren. Man muss vielleicht nicht alles genau klassifizieren und auf jede Unverträglichkeit vorbereitet sein. Grundsätzlich mehr vegetarisches Essen finde ich aber, gehört heutzutage zum guten Ton.

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4 Kommentare zu „Elternbloggercafé vom BMFSFJ

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