Wer spielt mit mir „Smallworld“?

Etwas rezensieren, das man Jahre lang nicht in der Hand hatte? Das man erstmal unterm Bett hervorkramen muss, um wenigstens ein Foto davon zu machen? Etwas, von dem man nicht weiß, wann man es endlich mal wieder nutzen kann? Das muss ja was gutes sein!

Gesellschaftsspiele
… spiele ich manchmal ganz gerne. Schön müssen sie sein. Ich bin schließlich Grafikerin. Spannend. Eine Geschichte erzählen. Am liebsten was mit Magie und so. Von mir aus auch Weltraum. Bloß nichts mit schnöden Zahlen und Farben und so. Orks, Zwerge, Werwölfe, Totensümpfe, Cthulu, magische Ausrüstungsgegenstände. Klar?

Mit Kleinkind geht das aber eben nicht so. Das klaut einem dann nämlich die magischen Ausrüstungskarten aus der Hand, bringt das Spielfeld durcheinander und schubst Cthulu um. Und lässt einem keine Ruhe, um die Armeen zu ordnen und den nächsten Zug vorzubereiten. Die Zweijährige ist eh eher so: Mama, du sitzt? Komm mit!!

Ich vermisse das Spielen mit Freunden und weiß nicht, wann das mal wieder was wird. Und deswegen schwelge ich jetzt ein bisschen in Erinnerungen und präsentiere euch mein Lieblingsbrettspiel (nachdem ich es unter dem Bett hervorgekramt habe*). Vielleicht sind eure Kinder ja ruhig genug, oder alt genug, um mitzuspielen.

Smallworld


Gespielt wird gegeneinander um Siegmünzen, die man für eroberte Gebiete erhält. Zum Erobern wählt man ein Volk bzw. eine Rasse, zum Beispiel Orks, Amazonen, Elben – die üblichen Verdächtigen des Fantasy-Gengres. Den Rassen werden vor Beginn durch Zufall noch Sonderfertigkeiten zugeordnet, wie etwa „fliegende“, „Seefahrer“ und „wohlhabende“. Allein dadurch, dass Rassen und Fähigkeiten vor jedem Spiel neu gemischt werden, ist jede Runde wieder anders und ich persönlich hab immer wieder Spaß an Kombinationen wie „diplomatische Orks“. Dann kann man im Laufe das Spiels das eigene Volk untergehen lassen und sich ein neues wählen, um noch mehr zu erobern. Die meisten SpielerInnen finden nach dem ersten Spiel recht gut heraus, wann das sinnvoll ist und wann nicht.

Überhaupt mag ich an Smallworld das Verhältnis der Chancen.  Langfristige Strategie, kurzfristiges Taktieren, impulsive Spielzüge – alles kann zum Sieg führen, weil Glück durchaus auch ein entscheidender Faktor ist, ohne dass das Spiel aber willkürlich abliefe.
Smallworld ist recht easy to learn, nach einer oder zwei Runden weiß man, was zu tun ist und nach einem Durchgang hat man auch die langfristigen Mechanismen verstanden. Die Anleitung ist sehr verständlich und gut strukturiert. Es dauert also nicht lang bis man loslegen kann.

Zwei bis fünf Leute können spielen, die Anzahl der Runden wird jeweils angepasst. Jaha, es gibt eine begrenzte Rundenzahl, Smallworld hat ein absehbares Ende!
Laut Vorgabe ist Smallworld ab acht Jahren spielbar, ich selbst konnte das noch nicht testen und wie immer ist das sicher vom jeweiligen Kind abhängig. So richtig vorstellen kann ich mir das für Achtjährige gerade nicht, aber wer weiß, wie unsere Zweijährige so in sechs Jahren drauf ist.

Jetzt mal zu meinem Herzensthema: die Optik (Grafik, wie die Gamer sagen). Es ist so liebevoll gestaltet! Die Illustrationen sind verdammt cool und auch lustig und prägen entscheidend die lockere Atmosphäre des Spiels. Alles ist konsequent durchgestaltet und stimmt bis in die Details. Schade eigentlich, dass es bei uns unter dem Bett vergraben* liegt – das Spiel ist so schön, es gehört an die Wand!

Es gibt einige Erweiterungen, wir besitzen Realms und Keine Panik. Das letztgenannte enthält je fünf neue Rassen und Spezialfertigkeiten und lohnt sich nach einigen Spieldurchläufen schon, einfach weil dann eben noch mehr Kombinationen zur Verfügung stehen.

Realms bietet dann für Enthusiasten und Bastler reichlich Material: variabel zusammensetzbare Kartenteile, diverse verschiedene Spielvariationen für wenige oder auch viel mehr Spieler. Wir haben die Basisversion eigentlich gar nicht so oft gespielt, dass ich mich genug gelangweilt hätte, dieses Add-on wirklich spielen zu wollen. Ein paar Mal haben wir wohl die ein oder andere Variante getestet und soweit ich mich entsinne, sind die Optionen genauso gut gestaltet und durchdacht wie das Grundspiel. Aber eben etwas komplexer teilweise. Wie gesagt, eher was für Enthusiasten.
Dann gibt es noch Smallworld Underworld, welches wir auch besitzen. Es ist genauso wie Smallworld, nur mit einem anderen Setting (der Unterwelt) und demnach anderen Rassen und Fertigkeiten. Genauso schön, humorvoll und cool, vielleicht nicht ganz so klassische Fantasy-Elemente. Das Problem: jedes Mal zu entscheiden, welche Version man nun spielt!
Fazit

Ich liebe dieses Spiel und möchte es endlich mal wieder spielen. Zum Glück geht das auch zu zweit – wenn die Zweijährige also wirklich wieder in den Kinderladen geht oder doch noch lernt, allein zu schlafen, können mein Mann und ich mal wieder zusammen spielen. Mit Smallworld geht das sogar, ohne dass wir nachher zur Paartherapie müssten. Ich würde aber auch gern mal wieder in etwas größerer Runde spielen. *seufz* Also Leute, kauft euch das Spiel und spielt ein paar Runden für mich mit!

*War doch in einer Schublade! Jetzt liegt es auf dem Schrank…

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7 Kommentare zu „Wer spielt mit mir „Smallworld“?

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  1. Wenn ihr nicht so weit weg wohnen würdet, würde ich zum Spieleabend einladen. Hier kommen jeden ersten Montag im Monat eine wechselnde Zahl Freunde ins Haus und es wird gespielt. Smallworld steht hier auch auf der Liste der beliebten Spiele. Meist wechseln mein Mann und ich mit der Kinderbespaßung ab, manchmal übernimmt sogar einer der Gäste den Part und mein Mann und ich können beide spielen. Immer häufiger klappt es sogar, den Zwerg rechtzeitig ins Bett zu bringen, damit alle mitspielen können.
    Findet einfach genug Freunde, die gerne spielen, dann werdet ihr das auch schaffen.
    Viel Spaß dabei.

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, das Spiel haben wir auch, ebenso die Erweiterung. Ist schon nicht schlecht.

    Was so den Spieletag/abend angeht, sollte dies wohl auch mit Kind möglich sein. ( Sorry, wenn ich jetzt nicht die ganzen Hintergründe kenne ) Schwieriger finde ich dagegen neue Freunde zu finden.

    Schöne Grüße

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