Verhütungsfrust

Hab mich ja ein wenig beschwert, dass die Elternblogger kaum über Sex bloggen. Muss ich mit gutem Beispiel vorangehen, wa? Und was kommt vor der Romantik? Dit pragmatische. Ganz pragmatisch: die kleine Lady soll in nächster Zeit kein Geschwisterlein bekommen. Jetzt erinnern wir uns alle mal ann den Biounterricht der siebten Klasse und beantworten die Frage: Wie verhindern wir das Papis kleine Kaulquappen ihr Ziel im Teich finden? 

Die Pille – so einfach, so übel

Neun Jahre. So schön, so einfach. Vorhersehbar der Zyklus, konnte sogar verschoben werden. Herrlich. Gut vertragen hab ich sie. Dachte ich. Jetzt bin ich nicht mehr sicher. Ich nehm sie nicht mehr. Nie wieder. Aus Gründen, wie es (auf Twitter) so schön heißt. Wäre einen eigenen Post wert, die Geschichte. Aber schaut euch dieses Video für ein paar Denkanstöße an: 

 Andere hormonelle Methoden scheiden damit auch aus. Mein Körper, meine Hormone.

Little Rubber Devices 

Ich trauere diesen einfachen Zeiten auch etwas nach. In einer festen, vertrauensvollen Beziehung reicht so ein hormonelles Kontrazeptivum ja voll aus für die Verhütung. Einmal am Tag ein Pillchen schlucken und dann kann man, wann immer, was immer und wie immer man will. Und wär das jetzt praktisch! Jetzt! Mit Kind. Spontan sein. Stattdessen heißt es: Kind pennt, jetzt schnell! Hast du ein Dings? Wie, das ist in der Schublade im Wohnzimmer? Na, dann hol’s, aber schnell! Auspacken, aber leise! (Wer die Verpackung von Kondomen designt, denkt wohl mehr an laute Clubtoiletten als an stille Wohnungen und schlafende Kinder.) 

Tja, und so richtig begeistert war ich von der guten alten Lümmeltüte auch nie. Ich mag kein Gummi. Ist so’n Antifetisch. (Hasse Luftballons. Geruch, Haptik. Igitt.) Dass ich es seit einem Jahr mit diesem rein mechanischen Kontrazeptivum mache, zeigt, wie wenig ich mich bisher mit Alternativen anfreunden konnte. 

Expertenrat

Da ich mich selbst kaum an den Sexualkundeunterricht erinnern konnte und ich sowieso immer gern den konventionellen Weg ablaufe (meistens, um mich zu versichern, dass er wirklich in eine Sackgasse führt), fragte ich bald nach der Geburt der kleinen Lady meine Frauenärztin. Von allein spricht meine Ärztin, wie ich inzwischen weiß, gar nichts an. Aber auf Nachfrage hält sie einem gern lange Vorträge. Statt eine Auswahl an Verhütungsmitteln erhielt ich also erstmal einen langen Vortrag über Hormonkurven, unbemerkte Eisprünge und die Erhöhung der Muttermilchmenge beim Stillen infolge einer frühen Schwangerschaft. Aha. Und wie verhindere ich jetzt genau das?! Wie wäre es denn mit einem Diaphragma. Und zwar nur die Sorte XY von der Firma Soundso. Das – und nur das – ist das beste. Zufällig hatte sie einen ganzen Ordner von der Firma mit Broschüren und Modellen da. (Zufällig hat sie immer Anschauungsmaterial von verschiedenen Produkten von immer nur einer Firma da und zufällig kann sie genau über dieses Produkt gaaanz viel erzählen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.) Ich persönlich wurde mit dem Gedanken an diese Kappe nicht warm. Ja, kein Gummihandschuh für den Zauberstab – aber ansonsten doch genauso unspontan, wenn nicht noch etwas komplizierter: Wo ist denn jetzt das Dings? In meiner Schublade neben dem Bett! Aber da schläft das Kind! … Jetzt noch das blöde Spermienkillergel drauf… reinoperieren… Hach, romantisch! 

Ich bin ja eigentlich schon der Typ für was langfristiges. Also fragte ich auch mal nach einer (nicht Hormon basierten) Spirale. Interessant war das Gespräch ja schon, denn, wie gesagt, hab ich ja fast alles aus der Schule zum Thema Verhütung vergessen, und ich glaube auch nicht, dass da ein echtes Intrauterinpessar angeschaut werden konnte. Ist schon klein. Aber auch… Also nach der Geburt der kleinen Lady gab’s ja ein paar Komplikationen und ich müsste operiert werden und seitdem… Hab ich eine Abneigung gegen so Zeugs in meinen meinen primären Geschlechtsmerkmalen. Vor allem, wenn eine mögliche Folge von Komplikationen dabei eine Ausschabung sein kann. Oder irgendwas in der Richtung. Da mach ich sofort dicht. Seit Monaten denke ich über die Vorteile nach. Wie schön wäre das: kein Pillchen, kein Komdomchen. Aber es geht nicht. Ich kann mich nicht überwinden. Die Ablehnung ist größer als mein Ekel vor Gummi. Oha. 

  

Was bleibt da noch?!

Mehr Ideen hatte meine Frauenärztin nicht. Meine Hebamme schon. (Ich glaub, die lass ich auch meine Steuererklärung machen, die weiß eh alles.) Doch wie das so ist: wenn die bequemen Methoden alle irgendwelche Haken haben, dann bleibt ja nur noch der komplizierte Weg. Der Weg der Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Rechnerei. Der Weg heißt …

Natürliche Familienplanung 

Ich scheitere ja schon daran, einen vernünftigen Zykluskalender zu führen. Dafür ernte ich beim Frauenarzt jedes Mal vorwurfsvolle Blicke und mehr. Jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen (!) mit einem Fieberthermometer meine Temperatur zu messen, finde ich unter normalen Bedingungen nervig. Mit häufig stillendem Kleinkind im Bett weiß ich nicht mal, wann dieses „Aufwachen“ ist! Ist das, wenn ich sie um 5:00 stille? Oder um 7:30 und dann nicht mehr einschlafen kann? Und wenn ich doch mal bis um 9:00 penne? Jetzt sagt mir bitte nicht, ich muss mir einen Wecker stellen, das könnt ihr vergessen! Und dann diese Mucus-Betrachtung… Jjjjaaa, das mach ich, wenn ich mal ganz in Ruhe auf Toilette gehe, ok? So alle drei Wochen. Nicht?

NFP wirkt schon nett: an ein paar Tagen wird verhütet (mit dem little rubber device oder Diaphragma oder Abstinenz oder so) und diese Tage erkennt frau einfach durch Selbstbeobachtung und die Auswertung einiger Tabellen. Aber, wie gesagt, bin ich dazu zur Zeit einfach zu verplant. Und ein kleines bisschen Unsicherheit bleibt bei mir. Ich mein, ich bin echt schlecht, was Körpergefühl und so angeht – wenn ich da was falsch mache… Bämm, Baby! Wir haben zwar noch Platz in der Wohnung, aber nach den Komplikationen infolge der letzten Geburt riet mir meine Hebamme zu einer dreijährigen Pause. Es geht also nicht nur um ein liebenswertes Zweitkind, sondern um meine Gesundheit und Angst vor einem Kaiserschnitt oder ähnlichem. Richtig angewendet, sollte NFP sehr sicher sein. Aber was, wenn ich dafür zu blöd bin…?

Weitere Ideen???

Irgendwer? So ohne jedes Risiko, total simpel, keine Nebenwirkungen, voll natürlich und am besten noch schön machend? Chiasamen vielleicht? Bin für Tipps dankbar!

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8 Kommentare zu „Verhütungsfrust

Gib deinen ab

  1. Hi! NFP ging bei mir 3 Jahre lang mit Temperaturmesscomputer gut, dann wurde ich erwas faul und waghalsig und schon wars passiert. Ich denke das ist eine gute Sache und klappt wenn man einen geregelten Tagesablauf hat, nur in der Stillzeit und ohne durchgeschalfen zu haben ist es schwierig. Ich glaube mich zu erinnern dass man kein sicheres Messergebniss hat, wenn die Schlafphase kürzer als 4 Stunden ist, man darf noch nicht aufgestanden sein, es wird noch im liegen direkt nach dem Aufwachen gemessen (das find ich etwas schwierig mit baby zu vereinbaren), und es dauert auch erstmal eine Weile bis die Tabelle/ der Computer so viele Daten hat um eigermaßen sicher zu sagen wann denn jetzt der Eisprung ist. Dazu kommt ja dass du ja gerade noch stillst und sich das dann auch wahrscheinlich wieder ändert und wenn du dann mal aufhörst zu stillen wieder von vorne anfängst mit den Tabellen… (bei mir kam dann nach 6monaten Stillen und einem Monat endlich wieder feiern der nächste positive Schwangeschaftstest)
    Jedenfalls bin ich jetzt am ende bei der Kupferspirale gelandet, habe eine tolle Frauenäztin mir großem MEZIS Poster in der Praxis (dananch such ich mir ab jetzt die Ärzte aus) und als Tipp fällt mir sonst noch ProFamilia ein, die sind wirklich großartig im Beraten.

    ps: entschuldigt die Schreibfehler, heute wars recht anstrengend mit den beiden Kurzen,

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    1. Danke für die Tipps!
      Ich überlege, erstmal mit der NFP-Überwachung anzufangen und über längere Zeit, Daten zu sammeln. Ob die dann brauchbar sind (sprich: ich irgendwann mal auf ein Kondom verzichte), seh ich dann. Kupferspirale kommt, wie gesagt, gerade einfach nicht infrage für mich.
      Gute Idee mit MEZIS! Vielleicht auch ich mir in Zukunft mal danach Ärzte…

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    1. Danke für den Tipp!
      Aber ich glaube, meine irrationale Abneigung mach auch davor nicht halt. Aber vielleicht probier ich’s mal. Inzwischen gewöhn ich mich ja ein bisschen an die Dinger – positive Konditionierung und so.

      Gefällt 1 Person

  2. Verplant bin ich auch… aber habe mich nach einigem Hin und Her und anderen wundervollen Komplikationen auch GEGEN die PILLE entschieden und bin jetzt voll natura unterwegs. Was mir hilft um dennoch den Überblick zu behalten: eine App. Sie erinnert mich an alles Wichtige und hilft, den Überblick zu behalten. Einfach mal „Menstruationsapp“ googlen im Play/Appstore;)

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  3. bin gerade erst über den Post gestolpert, deswegen der späte Kommentar…
    falls das Thema noch aktuell ist: ich habe eine Zeit lang NFP mit dem iButton praktiziert. quasi ein Mini-Thermometer, das die ganze Nacht in der Scheide bleibt. morgens dann die niedrigste Temperatur der Nacht als Basaltemperatur genommen – hat prächtig funktioniert 🙂

    viele Infos findet man dazu auch im NFP-Forum.

    als IUP (solltest du da doch Interesse daran entwickeln): ich habe mit der Kupferkette (Gynefix) echt gute Erfahrungen gemacht – ist aber auch von Frau zu Frau verschieden. auch da gibt’s im NFP-Forum viele Infos dazu.

    Beste Grüße 🙂

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