Sex und so

Die Welt der Elternblogs habe ich im Laufe meiner Schwangerschaft kennengelernt und mich Stück für Stück mehr reingelesen. Inzwischen sind mir so einige Blogs recht vertraut, zu bestimmten Themen brauche ich nichts mehr zu lesen, bei bestimmten Schlüsselwörtern kann ich mir die Kommentare unter den Artikeln schon denken, die WiB und die 12von12 schau ich mir immer wieder gern von gewissen Autoren an usw. Ja, vieles ist mir vertraut und ich kann sagen: von Bienchen und Blümchen ist höchstens mal auf dem Jahreszeitentisch was zu sehen. Doch das ist wohl so – Eltern haben eben Jahreszeitentische, aber…

Keinen Sex

Naja, irgendwann müssen sie mal welchen gehabt haben, denn um Elternblogger zu sein, sollte man wenigstens ein Kind vorweisen können und viele haben ja sogar mehrere von denen. Darüber (also über den Sex) müssen sie natürlich nicht zwangsläufig schreiben, auch wenn der elterliche Beischlaf ja gerüchteweise etwas ganz normales ist und (ich spekuliere mal) hin und wieder gern praktiziert wird. Das gilt ja auch für schlafen, essen und heiß duschen – und darüber muss man ja auch nicht bloggen. Obwohl die ersten zwei Tätigkeiten ja doch oft zentrale Themen in der Elternwelt (Bloggosphere und real) darstellen… Ja, manche Themen sind für Eltern eben so zentral, dass andere in den Hintergrund gedrängt werden. Essen, schlafen, Ess- und Schlafverhalten der Kinder – wer hat da noch Zeit und Energie, über das alte Rein-Raus-Spiel nachzudenken? Zum Spielen kommt ja eh keiner! 

Eltern haben eben keinen Verkehr

Meine hatten gewiss keinen. Nie. Ich kann das behaupten, denn ich bin adoptiert. Elternblogger haben auch keinen, die haben nur Kindergeburtstage, Montessori-Materialien und chaotische Wochenenden. Wir, mein Mann und ich, haben auch keinen – wir haben ein Familienbett, ein Kind, das nie allein schläft und keine Babysitter. So ist das.

Möchte ich mehr darüber lesen? Vielleicht. Ich stell mir die Behandlung des Themas bei „Geborgen Wachsen“ vor: Fotos von Kerzenschein und Texte über Nähe, Achtsamkeit und Zärtlichkeit. Bei „Das gewünschteste Wunschkind“ gäbe es einen ellenlangen Artikel über Sex in den letzten 100 Jahren mit Statistiken und Vergleichen der zehn größten Kondomhersteller. Wer würde wohl Anleitungen für DIY- Sexspielzeuge bloggen? 

Ein paar Texte sind mir allerdings in letzter Zeit untergekommen bzw. jetzt wieder eingefallen:

Ich wünsche mir schon mehr solcher Artikel. Es interessiert mich und (das setze ich mal voraus) auch alle anderen. Voll schade, dass es in Bezug auf den Beischlaf doch so schwer ist, sich auszutauschen. Denn ebenso wie beim schreienden Baby, beim mäkeligen Kleinkind, beim rebellischen Teenager, wollen Eltern doch wissen, ob das, was bei ihnen zu Hause abgeht, normal ist. Sie wollen vielleicht Tipps bei Problemen. Und sie wollen vielleicht angeben. Oder gemeinsam lachen. Oder so. DIY- Anleitungen und so. 

Eine kleine Szene aus meinem Leben

… geb ich dann jetzt mal hier zum Besten. Kann ja nicht mehr Offenheit verlangen und dann selbst nichts liefern. 

Irgendwann war es soweit: das erste Mal. Nach der Schwangerschaft. Nein, das Baby wacht auf! Guck, sie quengelt schon! Jetzt jault auch noch der Hund! Hat da gerade das Telefon geklingelt? Egal, wir gehen nicht ran! Jetzt klingelt es auch noch an der Tür! Oh, deine Mutter… Das erste Mal als Eltern. So… bezeichnend. 

Nachtrag: Fun Fact 

Bevor dieser Blog hier entstand, hatte ich mal die Idee, einem ganzen Blog zum Thema Eltern und Sex zu schreiben. Ein, zwei wirklich öde und schlecht geschriebene Artikel hatte ich in den Startlöchern, dann fehlte es an Material. Ja, haha, es fehlte definitiv an Inhalt – ich hätte eher über Eltern und den Mangel an Sex schreiben können! Naja, hust, das war auch recht kurz nach der Geburt der kleinen Lady. Das Thema war dann aber auf jeden Fall nicht sehr ergiebig bzw. wusste ich nicht so viel damit anzufangen und stattdessen hatte ich eben viel mehr Ideen zu allen möglichen anderen Themen, so dass mir dieser breiter gefächerte Blog wesentlich mehr Spaß macht. Und er bietet ja durchaus Platz für dieses Thema, wenn mir doch noch was Sinnvolles dazu einfällt. 

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5 Kommentare zu „Sex und so

Gib deinen ab

  1. Ich kringel mich! Sehr witziger Artikel und super Links!

    Du hast definitiv recht und so richtig weiß ich auch nicht, wieso das so „tabu“ ist, aber mehr darüber berichten könnte ich auch nicht. Zwar klappt das hier verhältnismäßig gut mit dem Rein-Raus-Spiel (😂) aber eben nur unter erschwerten Bedingungen und Zeitdruck. Viel schlimmer aber ist, dass ich schlichtweg nicht gern darüber spreche, weder im wahren Leben noch im Blog. Ich habe keine Ahnung, wahrscheinlich bin ich verklemmt oder so. Lesen würde ich alte Online-Voyeuristin aber 😜
    Was mich und vielleicht auch andere abschreckt ist die Tatsache, dass das blöde Internet einfach nix vergisst. Und am Ende stellst du einen wunderbar detaillierten Artikel online und dein Kind liest es in ein paar Jahren. Oder noch schlimmer: die Klassenkameraden deines Kindes. Oder die Lehrer 🙈

    Gefällt 1 Person

    1. Das ist natürlich noch ein ganz spannender Aspekt, den ich noch gar nicht bedacht habe. Aber, ganz ehrlich, ich bin da zu diesem Zeitpunkt (mein Kind ist ja erst eins) noch total naiv: wenn es von unserem Sexleben was mitbekommt, ist das halt so. Gehört zum Leben, ist sogar was Gutes! Und dass die Mitschüler irgendwann im großen Internet vergangene Spuren entdecken, halte ich eigentlich für eher unwahrscheinlich…

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