Neid und Stolz

SN eröffnet einen eigenen Laden. Like. JH ist jetzt selbständig. Like. MC hat einen Prestige trächtigen Auftrag für eine große Firma. Like. JG macht ein megacooles Praktikum. Like. 


Neid… 

… ist nicht ganz das richtige Wort. Neid beinhaltet Missgunst und ich missgönne meinen (Facebook-)Freunden ihre Erfolge nicht. Ich freue mich für sie. Sehr sogar. Denn sie sind alle sehr hart arbeitende, talentierte, ambitionierte Leute und ich in froh, dass ihre Leistungen belohnt werden. Es würde mich traurig machen, wenn dem nicht so wäre. 

Ich bin nur ein bisschen… wehmütig? Ich wünsche mir natürlich auch solche Erfolge, ohne aber wirklich echten Ehrgeiz in dieser Richtung zu haben. Wie man sich manchmal kurz wünscht, in einem anderen Land zu leben, obwohl man weiß, dass es dort an Vielem fehlen würde. Man will nicht wirklich dorthin, nur so ein bisschen. Ich bin nicht wirklich neidisch. Nur so ein bisschen.

Stolz

Meine Tochter kann laufen, immer besser. Ist auf dem Wege, sprechen zu lernen. Ist ganz allein mit ihrem Papa im Auto gefahren. Ich bin ja so stolz! 

Aber Stolz ist nicht das richtige Wort. Stolz kann man doch nur auf die eigene Leistung sein, oder? Ich empfinde Stolz für mich – nicht stellvertretend für jemand anderes. Und schon gar nicht dafür, dass ein Kind sich ganz natürlich entwickelt. Eine Leistung, auf die niemand so richtig Einfluss hatte, auch nicht der Stolze. Als wäre man stolz darauf, dass die Verdauung des Nachbarn funktioniert!

Zusammenhang

Was haben diese beiden Gefühle miteinander zu tun? Sie sind wohl die zwei Seiten der Medaille dieser meiner aktuellen Lebensphase. Und sie sind beide sehr unsinnig, weil sie symptomatisch sind für einen Hang, den eigenen Wert über andere zu definieren. Habe ich beruflich keinen Wert, finde ich meine Erfüllung eben in der Mutterschaft. 
Aber so negativ und schwarz-weiß ist es ja gar nicht. Denn, wie gesagt, beide Begriffe sind im Deutschen unzureichend für das, was ich beschreiben will. Ein bisschen sehne ich mich nach beruflichem Erfolg. Und riesengroß ist mein Mutterglück. 

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Ein Kommentar zu „Neid und Stolz

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