Beikostbericht Teil 3

Über elf Monate ist die kleine Lady inzwischen alt. *badamm* Und stillt immer noch voll. *baDAMM* Ein winziges bisschen weniger Speck und dafür etwas länger, sechs Zähne. Kann ziemlich gut aus dem Becherchen (https://unangespiesst.wordpress.com/2015/09/19/3-kleine-becher/)  trinken, von der Gabel gefüttert werden, abbeißen, kauen, fast ein bisschen allein mit dem Löffel essen, lässt sich mal gern füttern und möchte mal gern allein essen. Ist manchmal verwirrt, ob sie jetzt gefüttert werden soll oder nicht. (Ist ja auch gemein, dass wir das ständig wechseln!) Nutzt all ihre Fähigkeiten aber eben nur, um zusätzlich zur Muttermilch ein wenig feste Nahrung aufzunehmen. Wird vermutlich für immer so bleiben, da sie es ja bisher nicht gelernt hat… Davon abgesehen, jetzt aber mal zu Theorie (Plan) und Praxis (Wirklichkeit).

Theorie (Baby Led Weaning)

Wie erwähnt, hab ich darüber ja einiges gelesen – wenn auch nicht in Büchern, sondern nur im Inter-Netz. Verstanden habe ich aber, dass man sich auf die natürliche dem Baby innewohnende Fähigkeit verlassen kann, aus einer Auswahl an gesunden Nahrunsmitteln das zu wählen, was es gerade benötigt. Um dies dem Kinde zu ermöglichen, präsentiert man ihm bei einer Mahlzeit mindestens drei Lebensmittel. Zum Beispiel Möhre, Birne und Vollkornnudel. Oder so. Alles natürlich so geformt, dass das Baby es selbst greifen und eventuell verspeisen kann. Alles natürlich frisch zubereitet, frei von Salz, Zucker, Chemiescheiße. 

Praxis

Erste Phase

Wie im Beikostbericht Teil 2 ( https://unangespiesst.wordpress.com/2015/07/29/beikostbericht-teil-2/) erwähnt, bekam die kleine Lady ja recht schnell immer wieder von allem etwas. Warum sollten wir uns die Mühe machen, für jede Mahlzeit drei verschiedene Nahrungsmittel für die zuzubereiten, wenn sie von allem doch nur naschte oder eben auch mal nichts nahm? 

Ich dünstete also brav jeweils eine Sorte Gemüse und dann gab es vielleicht noch etwas Brot dazu. Beides beschäftigte sie auf jeden Fall eine ganze Weile, landete aber natürlich größtenteils auf dem Boden. Naja, dachte ich, wenn sie erstmal mehr isst, bekommt sie auch mehr angeboten. Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon, ich Rabenmutter. 
Im Übrigen ist gedünstetes Gemüse… oft nicht lecker. Paprika? Örgs! Apfel? Igitt! Zucchini? Das arme Gemüse! Manchmal sollte man es einfach braten oder backen oder roh lassen. Der Meinung war auch die kleine Lady.

Zweite Phase

Überhaupt kam dieses labbrig, äh, schonend gegarte Obst und Gemüse auf Dauer nicht so gut an wie erwartet. Vor allem nicht im Vergleich. Denn wir machen es uns ja einfach und einfach bedeutet eben manchmal, statt extra fürs Kind zu kochen, das eigene Essen lieber kindgerecht zu kochen. Zum Beispiel eben Gemüsepfanne mit wenig Gewürzen und ohne Salz. Ist gedchmacklich ja schon was anderes, trotzdem gesund. Da war die Bereitschaft der kleinen Lady zum Essen auf einmal wesentlich größer. Long story short, die Schlabbergemüsesticks wurden abgeschafft und seitdem gibt es Essen von Mama und Papa. Mit gewissen Ausnahmen, denn Mama und Papa ernähren sich nicht immer so gesund. Deshalb bekommt die kleine Lady doch gelegentlich ein Alternativmenü. Zumindest bis vor Kurzem, denn…

Jetzt

Jetzt ist nichts mehr sicher. Nichts, das ich esse. Oder trinke. Nichts. Denn sie will alles. Von meinem Teller. Von meinem Löffel. Aus meinem Becher. Will ich nicht, dass mein Kind Zucker isst, kann ich keinen Zucker essen. Orangensaft soll sie noch nicht trinken? Dann kein OS für mich! Ich mag gern Salami, Cheddar, Schinken. Sie auch. Ja, ich gestehe: Mein Baby durfte Wurst essen. Weil wir keine Lust auf das Geschrei hatten. Das große, große Geschrei. Denn, ohne sie je gekostet zu haben, wusste die kleine Lady doch ganz genau, das sie die ungarische Salami haben will, haben muss. Bei manchen Dingen ziehen wir die Grenze. Bei Kaffee und Nutella zum Beispiel. Diesen Dämon wollen wir nun echt nicht rufen. Aber wenn ich Ärger vermeiden will, muss ich eben Sichtung vermeiden. Also esse ich heimlich Süßigkeiten und trinke heimlich Saftschorle. Oder ich teile eben eine Banane mit dem Baby. Ist ja eh viel gesünder. Toll. 

?

Wie klappt das bei anderen? Ich nehme mal an, die Ich-will-nur-das-was-Mama-isst-Phase durchleben die meisten Babys. Ist das dann das Ende des BLW-Fingerfood? Oder essen die Eltern dann auch nur sanft gegarte Gemüsesticks? Nichts gegen Ofengemüse, aber doch bitte nicht täglich! 

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3 Kommentare zu „Beikostbericht Teil 3

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  1. Hey, ich hate einmal: voll gestillt bis 9 Monate und dann der fließende Übergang zu Thunfisch, Oliven und Ayran 😉 und anschließend 6 Monate voll gestillt und ab dann Brei, Brei, Brei am liebsten auch noch Jahre später! Jeder wie es passt, anscheinend. Abhängig/dick oder sonstiges ist keines geworden 😉

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