Stoff, Plaste, Stoff

– unsere Windelevolution. Windelvolution. Windovution. Windelotion. Ich hör jetzt auf. Hier geht’s um Windeln.

 

Pränatale Argumente

„Wisst ihr schon, womit ihr wickeln wollt?“, fragte uns unsere Hebamme. Wir sagten: „Ähhhh… “ Zum Glück bliebt uns während das Zuckertoleranztests eine gute Stunde für Windelkunde. Obwohl die überzeugenden Argumente schnell genannt werden: Stoffwindeln machen weniger Müll und sind auf lange Sicht günstiger und (damit hatte sie mich!) vermeiden ihr Chemie am Babypo.

So war es denn Zeit für ausführliche Recherche. Denn das Stoffwindeluniversum (Stoffwersum…) ist groß. Erste Anlaufstelle für mich: naturwindeln.de Sehr viele ausführliche Informationen. Allerdings… Wenn man in seinem Leben noch nie eine Windel oder ein Baby in der Hand hatte, ist es schwer zu begreifen, was „Nässeschutz“ und „Saugeinlage“ in der Praxis bedeuten und wo die konkreten Vorteile des jeweiligen Systems für einen selbst liegen. Und dann soll man dafür eine Menge Geld für die Erstausstattung ausgeben! Wir entschieden uns also provisorisch erstmal für…

 

Low-tech, altmodisch, total billig

Gefaltete Mullwindeln, teilweise mit Moltontüchern als Einlage. Altmodische Dreiecksfaltung von meiner Tante überliefert. Darüber kamen noch kleine Frottéhöschen, die wir durch zu Zufall bekommen hatten.

So ein Neugeborenes pieselt ja nicht viel und muss auch nicht unbedingt Bodys und Hosen tragen, die meist nur schwer über das dicke Stoffpaket passen. Nasse Windeln und Klamotten wurden einfach zum Trocknen aufgehängt. Nachts und unterwegs gab’s aber von Anfang an Plastik. Mit der Zeit vergrößerten sich jedoch Ausscheidungsaufkommen sowie Baby und wir brauchten mehr Saugkraft. Wir kamen also darauf, die Vließeinlagen, die frau aus dem Wochenbett kennt, zu verwenden und kamen eine ganze Weile gut damit klar. Länger als wir dachten eigentlich, denn ich sah diese Lösung eher als provisorisch und wartete auf Erleuchtung. Ungünstig war der nochmal dickere Windelpo und der schlechte Sitz – gerade bei einem immer mobiler werdenden Kind.

Kurz probierten wir Wollüberhosen, aber für ein schon recht großes Baby, das gar nicht mehr an einen feuchten Po gewöhnt ist, scheint mir der Wechsel dahin unmöglich.

 

Plastik mit schlechtem Gewissen und Abhalten

Die Bodys passten einfach nicht über die dicken Windelpakete und die schließlich gingen uns auch die dehnbaren Schlabberhosen aus. Außerdem waren wir inzwischen häufig unterwegs, wobei die Stoffwindeln mehrere Nachteile aufwiesen. Und überhaupt wollte und sollte die kleine Lady sich doch drehen und rollen können! Naja, so wurde das Stoffmodel immer mehr zur Ausnahme und schlechten Gewissens wickelten wir mit Plaste. An manchen Tagen bekam die kleine Lady ein paar Pusteln im Windelbereich, so dass ich immer schnell wieder Stoff anordnete. Manchmal…

Davon abgesehen hatten wir zwei Wochen nach ihrer Geburt angefangen, sie beim Wickeln immer mal wieder abzuhalten. Das war auch immer ein sehr unbeständiges Projekt, aber kimplett „windelfrei“ war auch nie unsere Ambition. Ich finde es aber gut, dass die kleine Lady inzwischen immer mal wieder ins Töpfchen macht. Bestimmt hilft das irgendwann mal beim Stubenreinwerden. Außerdem ist es immer unterhaltsam, wie verblüfft andere Menschen bei diesem Thema reagieren.

 

Die Wende – Stoffwindeln des 21. Jahrhunderts

Wie gesagt, war mir die Analyse des Stoffwindelmarktes zu viel Arbeit. Zum Glück gibt es aber Menschen, die weniger faul sind. Meine Freundin R zum Beispiel, die ich in der Babygruppe kennengelernt habe. Die macht sowas. Bestellt sich ein Probepaket mit verschiedenen Systemen (sowas gibt es?!) und testet die an ihrem Söhnchen. Und blickt dann durch und erzählt und erklärt in der Babygruppe. Stoffwindelberaterin könnte sie jetzt werden. Und dann verleiht sie auch noch Exemplare. So verbreitet sie Wissen. Und für uns Babyeltern ist diese Windelwissen Gold wert. Sie meint, für jede Familie gibt es das passende System und hat damit offensichtlich recht.

Wir haben jedenfalls unser System gefunden. Ich freue mich, mitteilen zu können, wir benutzen jetzt: Blueberry Capri Überhosen One-Size Kletter. Als Einlagen nehmen wir unsere reichlich vorhandenen Mullwindeln und ein Polyester-Vließ, dass den Po schön trocken hält. Es ist so einfach: Mullwindel falten und mit Vließ in die Überhose legen und zu kletten wie eine Plastikwindel. Nasse Komponenten trocknen schnell und können dann noch einige Male wieder verwendet werden. Ansonsten ab in die Waschmaschine, wobei ein paar einfache Regeln zu beachten sind. Der Windelpo ist nicht allzu dick, das Material viel Haut verträglicher und wir mussten jetzt auch nicht Unsummen für die Erstausstattung ausgeben. Vorhin hab ich bestellt. Ich bin begeistert.

 

Ach hätten wir…

… das doch von Anfang an gewusst! Darum dieser Artikel. Lest ihn. Informiert euch. Schaut auf naturwindeln.de. Schaut euch YouTube-Videos an. Oder sucht euch eine Freundin wie R. Vielleicht ist sie ja bald Stoffwindelberaterin, dann verlinke ich hier ihre Kontaktdaten.

 

 

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